
Vivien Leigh: Krankheit, Tod, Karriere und Tochter
Man kennt sie als Scarlett O’Hara, die feurige Südstaaten-Schönheit aus „Vom Winde verweht“ – doch das wahre Leben von Vivien Leigh war geprägt von einem ständigen Kampf zwischen künstlerischem Triumph und schwerer Krankheit. Sie gewann zwei Oscars, liebte leidenschaftlich und erlag mit nur 53 Jahren einer Tuberkulose – ein faktenbasiertes Bild einer Frau, deren Glanz auf der Leinwand ihre Abgründe im Privaten nur selten erahnen ließ.
Geburtsdatum: 5. November 1913 ·
Sterbedatum: 8. Juli 1967 ·
Bekannteste Rolle: Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“ ·
Ehemann (1940–1960): Laurence Olivier ·
Oscar-Gewinne: 2 (beste Hauptdarstellerin) ·
Diagnose: bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung)
Kurzüberblick
- Geboren am 5. November 1913 in Darjeeling, Indien (Britannica)
- Gestorben am 8. Juli 1967 in London, England (The New York Times)
- Zwei Oscars für „Vom Winde verweht“ (1939) und „Endstation Sehnsucht“ (1951) (Hollywood Walk of Fame)
- Ehe mit Laurence Olivier von 1940 bis 1960 (Britannica)
- Ob die bipolare Störung die Ehe mit Olivier vollständig zerstörte oder andere Faktoren eine Rolle spielten
- Wie intensiv die Beziehung zu John Merivale nach der Scheidung tatsächlich war
- Ob die Tuberkulose durch die psychischen Krisen begünstigt wurde
- Wie genau die Fehlgeburt 1944 die manisch-depressiven Episoden auslöste
- 1939: Durchbruch mit Scarlett O’Hara (Hollywood Walk of Fame)
- 1944: Fehlgeburt während Dreharbeiten – möglicher Auslöser der psychischen Krise (Britannica)
- 1967: Tod durch Tuberkulose-Rezidiv (The New York Times)
- Zunehmende Forschung zum Zusammenhang zwischen Tuberkulose und psychischen Erkrankungen in historischen Persönlichkeiten
- Wiederentdeckung von Leighs Theaterarbeiten durch Digitalisierungsprojekte
| Vollständiger Name | Vivian Mary Hartley |
|---|---|
| Beruf | Schauspielerin |
| Aktive Jahre | 1935–1967 |
| Oscar-Nominierungen | 2 (beide gewonnen) |
| Bekannteste Filme | „Vom Winde verweht“, „Endstation Sehnsucht“ |
| Todesursache | Tuberkulose |
Woran ist Vivien Leigh gestorben?
Todesursache und Umstände
Vivien Leigh starb am 8. Juli 1967 in ihrer Wohnung in London. Die offizielle Todesursache war eine Reaktivierung der Tuberkulose, an der sie bereits seit Mitte der 1940er Jahre litt. The New York Times (Tageszeitung mit Archiv seit 1851) berichtete, dass Leigh vier Wochen vor ihrem Tod wegen eines Tuberkulose-Rückfalls ans Bett gefesselt war.
„Eine winzige, gebrechliche Schauspielerin“ – so beschrieb die Los Angeles Times (kalifornische Tageszeitung) Vivien Leigh kurz vor ihrem Tod, und bestätigte den erneuten Tuberkuloseanfall etwa einen Monat vor ihrem Tod.
Sechs biografische Daten, ein Muster: der stetige Niedergang ihrer Gesundheit.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 1913 | Geburt in Darjeeling, Indien (Britannica) |
| 1935 | Erster Filmauftritt in „Things Are Looking Up“ (Britannica) |
| 1939 | Oscar für „Vom Winde verweht“ (Hollywood Walk of Fame) |
| 1940 | Heirat mit Laurence Olivier (Britannica) |
| 1951 | Zweiter Oscar für „Endstation Sehnsucht“ (Hollywood Walk of Fame) |
| 1960 | Scheidung von Olivier (vivien-leigh.info) |
| 1967 | Tod in London (The New York Times) |
Der Trade-off: Ihr größter Triumph als Scarlett O’Hara lag 28 Jahre zurück, als die Krankheit sie endgültig einholte. Der künstlerische Höhepunkt war nicht der Anfang vom Ende – aber er markierte den Beginn eines langen, zermürbenden Kampfes.
Vivien Leigh spielte die vitale, unzerstörbare Scarlett O’Hara – und kämpfte gleichzeitig mit einer tuberkulösen Lunge. Der Kontrast zwischen Rolle und Realität könnte kaum größer sein.
Letzte Lebensjahre
In ihren letzten Jahren zog sich Leigh zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Nach der Scheidung von Olivier 1960 fand sie Halt in der Beziehung zu Schauspieler John Merivale, der sie bis zu ihrem Tod begleitete. Ihre bipolare Störung machte regelmäßige Klinikaufenthalte nötig. Biography.com (biografisches Nachschlagewerk) beschreibt Schlaflosigkeit und psychische Krisen als langjährige Belastungen.
Welche Krankheit hatte Vivien Leigh?
Bipolare Störung (manisch-depressive Erkrankung)
Leigh litt nachweislich an einer bipolaren Störung, die in den 1940er Jahren erstmals diagnostiziert wurde. Die Hollywood Walk of Fame (offizielle Gedenkstätte der Filmindustrie) nennt die bipolare Störung als ein zentrales Gesundheitsproblem in Leighs Erwachsenenleben. Britannica (renommierte Enzyklopädie) hält fest, dass Filmhistoriker einen Zusammenhang mit einer manisch-depressiven Psychose annehmen – teils ausgelöst durch eine Fehlgeburt während der Dreharbeiten zu „Caesar and Cleopatra“ 1944.
„Die bipolare Störung wurde in den 1940er Jahren noch nicht mit heutigen Medikamenten behandelt. Lithium war damals nicht verfügbar.“ – Britannica (zur Behandlung in jener Zeit)
Tuberkulose-Diagnose
Bereits Mitte der 1940er Jahre wurde bei Leigh chronische Tuberkulose diagnostiziert. Die Hollywood Walk of Fame vermerkt, dass sie wiederholt an der Krankheit litt. Die damalige medizinische Behandlung war langwierig und wenig wirksam – eine Kombination aus Ruhe, frischer Luft und experimentellen Medikamenten. Die Tuberkulose blieb ein ständiger Begleiter und wurde letztlich tödlich.
Zwei Diagnosen, eine fatale Wechselwirkung: Die Manie-Phasen der bipolaren Störung trieben Leigh zu Höchstleistungen auf der Bühne, während die Tuberkulose ihren Körper auszehrte. Britannica beschreibt diesen Kreislauf als zentrale Dynamik ihres Lebens.
Die bipolare Störung wurde in den 1940er Jahren noch nicht mit heutigen Medikamenten behandelt. Lithium – heute Goldstandard – war damals nicht verfügbar. Leighs Behandlungsmöglichkeiten waren begrenzt, was die Symptome zusätzlich verschlimmerte.
Wer war die große Liebe von Vivien Leigh?
Vivien Leigh und Laurence Olivier
Laurence Olivier, einer der bedeutendsten Schauspieler des 20. Jahrhunderts, war von 1940 bis 1960 Leighs Ehemann. Die beiden lernten sich 1935 kennen, als Leigh bereits von Olivier schwärmte. Britannica beschreibt die Beziehung als leidenschaftlich und künstlerisch intensiv – Olivier inszenierte häufig ihre Bühnenauftritte. Die Hollywood Walk of Fame bestätigt, dass Olivier regelmäßig als Regisseur bei ihren Rollen mitwirkte.
Die Ehe und Trennung
Die Ehe galt in der Öffentlichkeit als glamourös, war aber intern von Leighs psychischen Krisen überschattet. Nach 20 Jahren Ehe ließ sich Olivier 1960 scheiden. vivien-leigh.info (umfassende Fan-Biografie mit Quellenangaben) dokumentiert die Scheidung als Einschnitt in Leighs Leben.
Das Muster: Eine künstlerische Symbiose, die an der Krankheit der einen Seite zerbrach. Der Preis war für beide hoch – Olivier verlor eine Partnerin, die sein Werk inspirierte, Leigh verlor ihren Anker.
Warum verließ Laurence Olivier Vivien Leigh?
Gründe für die Trennung
Die Entscheidung zur Scheidung fiel Olivier nicht leicht, doch die Belastung durch Leighs psychische Erkrankung war nach Jahren nicht mehr tragbar. Britannica berichtet, dass Leighs Unberechenbarkeit und ihre manischen Episoden die Ehe zunehmend belasteten. Die Fehlgeburt 1944 und die folgenden Depressionen gelten als Wendepunkt.
Oliviers Affäre mit Joan Plowright
Olivier ließ sich 1960 offiziell von Leigh scheiden, um die Schauspielerin Joan Plowright zu heiraten. vivien-leigh.info bestätigt den zeitlichen Zusammenhang. Plowright war jünger, gesünder und bot Olivier eine emotionale Stabilität, die Leigh nicht mehr geben konnte.
Zwei Frauen, ein Vergleich: Olivier wählte die Beständigkeit über die Leidenschaft. Der Trade-off für Leigh: Sie verlor nicht nur einen Ehemann, sondern auch ihren künstlerischen Partner und engsten Vertrauten.
Nach der Scheidung verschlechterte sich Leighs Gesundheitszustand rapide. Ohne Oliviers stabilisierende Präsenz nahmen ihre manischen Episoden zu – und ihre körperliche Widerstandskraft gegen die Tuberkulose sank.
Was ist mit Vivien Leighs Tochter passiert?
Suzanne Farrington – Leben und Karriere
Vivien Leighs einzige Tochter, Suzanne Farrington (geborene Hartley, 1933–2021), wurde Schauspielerin und später Autorin. Sie entstammte Leighs erster, kurzer Ehe mit Herbert Leigh Holman (1932–1940). Suzanne wuchs teilweise bei ihrem Vater auf, da Leighs Karriere und Krankheit wenig Raum für ein Familienleben ließen. Sie starb 2021 im Alter von 88 Jahren. Britannica erwähnt Suzanne als wichtigen Teil von Leighs Biografie.
Eine Tochter, die im Schatten einer übermächtigen Mutter lebte – und dennoch ihren eigenen Weg fand. Die Ironie: Leigh, die selbst keine stabile Mutter sein konnte, schenkte der Welt eine Tochter, die das Erbe auf ihre eigene Weise weitertrug.
en.wikipedia.org, facebook.com, vivandlarry.com, bookreporter.com, reddit.com, vivandlarry.com
Häufig gestellte Fragen
Wann und wo wurde Vivien Leigh geboren?
Vivien Leigh wurde am 5. November 1913 in Darjeeling, Indien, geboren. Ihr Geburtsname war Vivian Mary Hartley. (Britannica)
Wie hieß Vivien Leigh mit bürgerlichem Namen?
Ihr bürgerlicher Name war Vivian Mary Hartley. Sie änderte ihn später in Vivien Leigh, ihren Künstlernamen. (Britannica)
Welche Auszeichnungen erhielt Vivien Leigh?
Sie gewann zwei Oscars als beste Hauptdarstellerin: 1939 für „Vom Winde verweht“ und 1951 für „Endstation Sehnsucht“. (Hollywood Walk of Fame)
Hat Vivien Leigh Kinder?
Ja, Vivien Leigh hatte eine Tochter namens Suzanne Farrington (1933–2021) aus ihrer ersten Ehe mit Herbert Leigh Holman. (Britannica)
War Vivien Leigh auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt?
Ja, Vivien Leigh hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Die offizielle Eintragung bestätigt ihre Verdienste als Filmschauspielerin. (Hollywood Walk of Fame)
Welche Filme machten Vivien Leigh berühmt?
Ihre berühmtesten Filme sind „Vom Winde verweht“ (1939, als Scarlett O’Hara) und „Endstation Sehnsucht“ (1951, als Blanche DuBois). Beide brachten ihr einen Oscar ein. (Hollywood Walk of Fame)
Wie alt wurde Vivien Leigh?
Sie wurde 53 Jahre alt. Geboren 1913, gestorben 1967. (Britannica)
Vivien Leigh starb mit 53 Jahren – einen Monat nach der Wiederkehr einer Krankheit, die sie fast zwei Jahrzehnte begleitet hatte. Der Fall zeigt, wie künstlerische Genialität und psychische Erkrankung ein Leben bestimmen können. Für Historiker und Filmfans in Deutschland, die sich mit der Biografie beschäftigen: Der tragische Verlauf ist nicht nur eine Anekdote aus Hollywoods Goldenem Zeitalter, sondern ein medizinisches und menschliches Dokument seiner Zeit. Die Lehre: Hinter jedem Oscar-Glanz steht ein Mensch aus Fleisch und Blut – und manchmal zwei unheilbare Krankheiten.